
Zaubermomente wie in einer Zirkusarena, dazwischen Abstecher wie ins Gruselkabinett: Selten schwankt ein Handballspiel so hin und her wie am Samstagabend das Zweitligaspiel in der Sporthalle Tellgasse. Aber letztlich endete die Berg-und-Talfahrt der Gefühle für Fünfhauser Mannschaft wie Fans mit einem harten Aufprall. Koppensteiner WAT Fünfhaus musste sich daheim in der vierten Runde des Grunddurchgangs der HLA CHALLENGE trotz 15:14-Pausenführung am Ende mit 27:30 geschlagen geben. In den letzten sieben Minuten wurde der mögliche erste Saisonsieg nach zwischenzeitlicher 23:21-Führung aus der Hand geschmissen. Fünfhaus hält damit nach vier Runden bei einem Punkt in der Tabelle.

Der „Spielfilm“ hatte es in sich: Nach holpriger Anfangsphase fängt sich Koppensteiner WAT Fünfhaus, das dieses Mal ohne Jungnationalteamspieler John Baxter auskommen muss. Nach gut zehn Minuten gelingt der 5:5-Ausgleich. Aber es ist vom Anfang bis zum Ende ein Spiel zwischen Licht und Schatten. Bei 7:5 für Fünfhaus hält Dominik Frank im Tor seiner Heimmannschaft innerhalb von nicht einmal einer Minute sensationell zwei Siebenmeterwürfe der Gäste aus Niederösterreich. Bei Fünfhaus kann zunächst der rechte Rückraumspieler Leo Paha mit enormem Einsatz und Toren Akzente setzen. Nach gut einer Viertelstunde lässt Elias Kropf mit sehenswerten Toren vom Flügel den Fünfhauser Red Block auf der Tribüne jubeln. Aber in den Schlussminuten ist Schlendrian bereits der wichtigste Mitspieler bei Fünfhaus. In die Kabine geht es aber noch mit 15:14-Vorsprung.

Die ersten fünf Minuten nach der Pause gehören ganz den Gästen aus Krems, die immer wieder ihre mit Abstand stärkste Waffe in Form von Tempogegenstößen gekonnt ausnützen. Mit einem Schlag kehrt aber auch Fünfhaus mit Verspätung wieder ins Spielgeschehen zurück. Und wie: Goran Vuksa wuchtet den Ball dreimal im Stile eines Klassekreisläufers ins Netz. Dazu zieht Berni Huber aus dem Rückraum kommend glanzvoll ab. Innerhalb weniger Minuten dreht Fünfhaus damit einen Rückstand nach Wiederbeginn in eine Zwei-Tore-Führung.
Mann des Spiels auf Fünfhauser Seite ist in dieser Phase allerdings der eingewechselte Jakov Pavic im Tor. Er holt sich mit spektakulären Paraden immer wieder Szenenapplaus des Heimpublikums ab.
Gut eine Viertelstunde vor dem Ende stockt auf beiden Seiten der Angriffsmotor minutenlang. Erst beim Stand von 25:25 kommt der Match-Zug auf seiner Berg-und-Talfahrt nochmals ins Schwung, allerdings dank eines Kapitalschadens bei Fünfhaus. Knackpunkt ist nicht zuletzt auch eine Szene nach 53. Minuten: Ein Kremser Gegenstoß wird zum abendlichen Wandertag mit einem halben Dutzend Schritten, aber der Abschluss zur 25:26-Führung für Gäste zählt. Nur eine halbe Minute später kann Krems auf 25:27 nachlegen.
In den Reihen der Fünfhauser geht es minutenlang zu wie in einem Hühnerstall, in den der Fuchs gekommen ist. Logische Konsequenz: Eineinhalb Minuten vor dem Ende führt Krems uneinholbar mit 25:30. Die letzten beiden Tore zum 27:30 sind nur mehr Kosmetik, diese ändert nichts am Frontalcrash für Fünfhaus an diesem Handballabend.
Goran Vuksa, der bei Koppensteiner WAT Fünfhaus als Most valueable Player seiner Mannschaft geehrt wird, war nach der Heimniederlage hörbar und sichtlich konsterniert: „Wir waren unkonzentriert in der Abwehr wie im Angriff. Wir haben nicht konsequent bis zu Ende gespielt, wie wir es besprochen haben.“