
So eng liegen Freud und Leid beisammen. Nur sechs Sekunden vor dem Ende ließ Rückraumspieler Emil Zalewski mit dem Ausgleich zum 23:23 die Fünfhauser Handballfans daheim in der Sporhalle Tellgasse doch noch jubeln. Er rettete damit im ersten Spiel im Jahr 2026 in der HLA CHALLENGE ein Unentschieden gegen Perchtoldsdorf Devils/Jags in einer von Nervosität, vielen Fehlern und wenigen Toren geprägten Partie. Aber Koppensteiner WAT Fünfhaus ließ zuvor die Chance zum Sieg in Überzahl in der Schlussphase liegen. Eine starke Leistung von Fünfhaus-Tormann Jakov Pavic in der ersten Hälfte und 11 Tore von Flügelspieler Elias Kropf reichten nicht für zwei Punkte. Nach zwei Stangenschüssen statt Toren im Finish musste Fünfhaus allerdings froh sein, noch den einen Punkt gegen die Niederösterreicher geholt zu haben.

In der Tabelle war es ein verlorener Punkt, weil Fünfhaus nun mit 7 Zählern weiter 2 Punkte Rückstand auf Perchtoldsdorf hat. Denn Union Sparkasse Korneuburg stockte mit einem knappen Heimsieg gegen West Wien Handball sein Konto auf 10 Punkte auf. Nächster Gegner von Koppensteiner WAT Fünfhaus ist in einem weiteren Heimspiel am Samstag, 7. Februar schon ab 17.00 Uhr Tabellenführer Sportunion Die Falken St. Pölten.

Koppensteiner WAT Fünfhaus mit Chefcoach Ivan Monev und Co-Trainer Timo Issing legte gut los und führte nach 12 Minuten dank des bei zunächst 4 Siebenmetern souveränen Elias Kropf bereits mit 7:3, bevor die verduzten Gäste aus Perchtoldsdorf einmal munter wurden. Aber wie: In den folgenden 12 Minuten war, wie wenn’s die Sicherung raushaut, für Fünfhaus totale Sendepause. Bälle wurden im Angriff regelrecht hergeschenkt, Würfe landeten irgendwo, nur nicht im Netz. Erst der junge Oliver Scholz brach in der 24. Minute mit einem sehenswerten Gegenstoßtreffer zum 8:6 den Bann. Es war famosen Paraden von Jakov Pavic im Fünfhauser Tor zu danken, dass Fünfhaus da weiter führte und die Gäste bis zur Pause nur auf extrem magere 8 Tore kamen. So führte Koppensteiner WAT Fünfhaus zur Halbzeit mit 10:8.
Das erste Gustostückerl nach Wiederbeginn liefert Bence Stab, der zentral bei Fünfhaus im Rückraum spielte, mit einem „Flieger“-Tor von halblinks zur 11:8-Führung. Die Perchtoldsdorfer spielen jetzt aber mit mehr Nachdruck und gehen nur sieben Minuten nach der Pause erstmals mit 11:12 in Front. Bei Fünfhaus funktioniert das Abwehrspiel nicht mehr so wie in der ersten Hälfte und man hat plötzlich Mühe, den Anschluss zu halten. In der 52. Minute ist es jedoch der Fünfhauser Rückraumspieler Berni Huber, der regelrecht durch die Verteidigung von Perchtoldsdorf tanzt und seine Mannschaft nach einer spielerisch schwachen Viertelstunde wieder mit 20:19 in Führung bringt.

Wie gewonnen, so zerronnen, Das Führungstor, das Koppensteiner WAT Fünfhaus Auftrieb geben sollte, stachelt die Gäste nochmals an. Mit 20:22 nach zwei Toren des starken Perchtoldsdorfers Laurens Tacke scheint die Partie nach 55 Minute beinahe zugunsten der Niederösterreicher entschieden.. Aber zwei sicher verwandelte Siebenmeter durch Elias Kropf und zwei 2-Minuten-Strafen von Perchtoldsdorf eröffnen Fünfhaus sogar noch die Siegeschance. Fünfhaus kann jedoch aus der Überzahl wenig Kapital schlagen, die Hoffnungen prallten zweimal von der Stange ab. Es ist daher wie eine Erlösung, dass Emil Zalewski die Nerven behält und Sekunden vor dem Ende noch zum 23:23 trifft. Damit ist ein echtes Wechselbad der Gefühle an diesem Handballabend beendet.
Fünfhaus-Co-Trainer Timo Issing kostete die Partie fast seine letzten Haare. Sein erster Kommentar: „Den Ausgang des Spiels haben wir uns anders vorgestellt. Leider haben wir wieder ein Spiel, das wir gewinnen wollten und sollten, aus der Hand gegeben. Am Ende bleibt ein Unentschieden. Ich glaube, wir haben uns ein bisschen den Spielstil vom Gegner aufdrücken lassen. Dass es am Ende bei einem Spiel zweier Mannschaften, für die es gegen den Abstieg geht, zerfahren wird, dass Aktionen unrund werden, dass die Köpfe nicht mitmachen, gehört dann vielleicht auch dazu.“