** Koppensteiner WAT Fünfhaus **

Offensiv-Blackout bringt 33:29-Flop in Perchtoldsdorf

Rückschlag im Kampf gegen den Abstiegsplatz in der HLA CHALLENGE: Wer Chancen reihenweise versemmelt, den bestraft der Gegner. Koppensteiner WAT Fünfhaus unterlag am Sonntag auswärts im Abstiegs-Play-Off der HLA CHALLENGE Perchtoldsdorf Devils/Jags und kassierte dabei eine ernüchternde 33:29-Niederlage. Dabei bewahrte der Charakter der Mannschaft in den letzten gut zehn Minuten der zweiten Hälfte das Team vor einer totalen Abfuhr in Perchtoldsdorf. Fünfhaus spielte bei 14:12 für die Hausherren nach 20 Minuten zwar weiter Möglichkeiten heraus, aber im Angriff gelang einfach gar nichts mehr. Nach 21:14-Pausenrückstand vergab Fünfhaus danach bis zur 47. Minute und einem 30:20-Rückstand weiter Topchancen, die die Spieler sonst im Halbschlaf zu einem Tor machen.

Nach dem starken Auftritt erst am Donnerstag mit den 37:33-Heimsieg wartet nun eine Situation, die sich die von Ivan Monev und Timo Issing gecoachte Fünfhauser Mannschaft ersparen wollte. Im Heimspiel am Samstag, 9. Mai, ab 18.00 Uhr muss in der Sporthalle Tellgasse ein Sieg gegen Union Sparkasse Korneuburg her. Korneuburg hat nach einer Niederlage gegen Handball West Wien wie Schlusslicht Fünfhaus ebenfalls weiter 10 Punkte in der Tabelle in der Abstiegsrunde. Perchtoldsdorf hingegen hat nach dem verdienten Heimsieg gegen Fünfhaus 12 Punkte am auf dem Konto.

7 Tore gingen auf das Konto von Rückraumspieler John Baxter. Foto: WAT Fünfhaus/Roman Stoiber

Dabei begann auswärts in der Siegfried-Ludwig-Halle in Perchtoldsdorf alles wie erwartet 20 Minuten lang mit einem offenen Schlagabtausch, bei dem die Führung mehrmals wechselte. Der am Kreis gut ins Szene gesetzte Goran Vuska netzte ebenso ein wie zunächst Spielmacher Jakob Jochmann aus dem Rückraum und John Baxter, der links im Rückraum spielte. Mann des Spiels war aber von Anfang an der Perchtoldsdorfer Christoph Barta, der vom rechten Flügel nach Belieben fast wie ein Schweizer Uhrwerk insgesamt 10mal traf. Barta war es auch, der mit seinem Doppelschlag nach 20 Minuten die Niederösterreicher daheim früh auf die Siegerstraße brachte.

Die Gastgeber vergrößerten den Vorsprung bis zur Halbzeit rasch auf 21:14, weil bei Fünfhaus nun der Chancentod regierte und selbst Superchancen gegen den mit jedem Fehlwurf stärker werdenden Perchtoldsdorf-Tormann Boris Ilov überall, nur nicht im Netz landeten. Die wachsende Nervosität bei Fünfhaus zeigte sich daran, dass mit jedem Abspiel die Verantwortung für einen Wurf weitergespielt wurde. Der Blackout im Offensivspiel ging freilich auch nach der Pause weiter. Während die Hausherren recht ruhig Tor um Tor erzielten, war es bei Fünfhaus zum Verzweifeln, weil bei gut herausbespielten Chancen und bei Gegenstößen fast überhaupt nichts mehr klappte.

Es spricht aber für Herz und Einstellung der Fünfhauser Mannschaft, dass sie sich an diesem rabenschwarzen Tag auch nach einem 30:20-Rückstand nach 47 Minuten nicht hängen ließ. Mit dem Mute der Verzweiflung netzte John Baxter zweimal ein, danach Kreisläufer Goran Vuska. Mit einem weiteren Tor von Jakob Jochmann, der auf 31:26 verkürzte, keimte nach 54 Minuten sogar ein kleines Fünkchen Hoffnung auf, Perchtoldsdorf zumindest noch einmal nahezurücken. Ein Tor für Perchtoldsdorf aus einem äußerst fragwürdigen Siebenmeter besiegelte jedoch die Fünfhauser Niederlage endgültig. Der Rest mit Toren drei Toren für Fünfhaus war Ergebniskosmetik, aber auch ein deutliches Zeichen – Hurra, wir leben noch! Damit ist auch der Anknüpfungspunkt für das Heimspiel gegen Korneuburg gegeben.

Jakob Jochmann meinte zum Einbruch bei Fünfhaus nach 20 Minuten: „Ich kann mir das auch schwer erklären. Wir waren nach dem Sieg gegen Leoben beflügelt, aber wir haben es nicht geschafft, die Leistung zu bringen, den Kampf anzunehmen. Außerdem sind wir zu oft am Tormann von Perchtoldsdorf gescheitert. Es ist jetzt das Worst-Case-Szenario, aber wir werden am Samstag gegen Korneuburg Vollgas geben.“