
Knapp 50 Minuten lang war Koppensteiner WAT Fünfhaus ein mehr als ebenbürtiger Gegner im Wiener Derby. Am Ende ging in der 10. Und letzten Runde des Abstiegs-Play-Offs der HLA CHALLENGE aber Handball West als Derby-Sieger vom Feld. Zwar nach dem starken Finish verdient, aber der 29:35-Endstand nach 17:18-Pausenführung für West Wien spiegelte die Spannung und die Leistung der Fünfhauser Mannschaft letztmals mit Ivan Monev als Chefcoach nicht wider /eigener Bericht folgt). Unter dem Strich war es zwar beide Teams merkbar eine Prestigesache, aber für die Tabelle hatte es keine nennenswerte Auswirkung, weil Koppensteiner WAT Fünfhaus sich schon in der Vorwoche mit dem 30:36-Auswärtssieg in Eggenburg auf sportlicher Ebene den Verbleib in Österreichs 2. Handball-Liga gesichert hatte. Topwerfer war bei Fünfhaus einmal mehr John Baxter mit 12 Toren.

In der Tabelle blieb Koppensteiner WAT Fünfhaus trotz der Siege der beiden Konkurrenten aus Niederösterreich mit 14 Punkte punktegleich mit Perchtoldsdorf Devils/Jags und einen Zähler vor Schlusslicht Union Sparkasse Korneuburg mit 13 Punkte. In der kommenden Saison 26/27 sind aber ab September auch diese beiden Vereine weiter wie der Koppensteiner WAT Fünfhaus in der zehn Teams umfassenden HLA CHALLENGE. West Wien stand schon vor dem Derby-Erfolg als Sieger der Abstiegsgruppe fest.

Das Derby in der Tellgasse begann mit einem Angriffs-Furioso auf beiden Seiten mit klar besserem Start für Fünfhaus. Dabei drückte Youngster Vali Klicha als Spielmacher zentral im Rückraum der Partie seinen Stempel auf, ideenreich im Angriff und kämpferisch in der Defensive. Schon bis zur 7. Minuten dabei John Baxter vom linken Flügel und Elias Kropf auf dem rechten Flügel mit jeweils 2 Toren für eine 8:5-Führung und die erste Auszeit bei West Wien. Es war dann auch Berni Huber mit sehenswerten Aktionen, der Fünfhaus weiter einen knappen Vorsprung gegen den favorisierten Lokalrivalen bescherte. In der 20. Minute war es Rückraumspieler Leo Paha, der sich irgendwie zwischen zwei West-Wien-Verteidigern durchwurschtelte und ein typische Paha-Tor mit letztem Einsatz zum 15:13 erzielte. Es dauerte 25 Minuten, bis West Wien mit 16:16 erstmals den Ausgleich schaffte. Sechs Sekunden vor dem Pausenpfiff war West Wien mit 17:18 erstmals in Front.

Es war auch nach Wiederbeginn ein Spiel auf des Messers Schneide mit wechselnden Führung. Was man auch nicht alle Tage sieht: Kapitän Lenny Fetz wuchtete nach einem Gegenstoß mit seinem Kreisläufer-Teamkollegen Goran Vuska mit Pfeffer zur 21:20-Führung ins Tor. Nach 44 Minuten war es John Baxter, der in seinem allerletzten Spiel für Fünfhaus, eine 26:25-Führung herausholte. Danach war es aber nach einem Time-Out mit der Fünfhauser Herrlichkeit vorbei und die Hoffnung auf den ersten Derby-Sieg in der laufenden Saison gegen West Wien löste sich so rasch auf wie der Zucker im Kaffee. Deswegen führte nach 50 Minuten auf einmal West Wien mit drei Toren Vorsprung und einem 27:30.
Die Präzision im Abschluss über 45 Minuten schmolz bei Fünfhaus auf einmal dahin wie ein Gletscher in der brütenden Sommer-Sonne. Fünfhaus ließ etliche Chance aus, konnte mit Müh und Not zunächst den 3-Tore-Rückstand halten, West Wien ließ aber nicht zuletzt dank des starken Nelson Maybeka im Tore eine Wende abgebrüht nicht mehr zu. Gut fünf Minuten vor dem Ende war der Wille bei Fünfhaus auf einen Derby-Erfolg gebrochen. Der Lokalrivale kam zu einem letztlich verdienten Derby-Sieg, das aber erst im Finish auffrisierte und damit glatte 29:35 gab aber das Stärke- und Leistungsverhältnis über rund 50 Minuten des Matches in keiner Weise wieder.
Das letzte Resümee von Ivan Monev als Chefcoach von Koppensteiner WAT Fünfhaus: „Leider, die letzten 10 Minuten haben wir nicht mehr unter Kontrolle gehabt. Wir haben auch einige Chancen ausgelassen. Es war mein letztes Spiel, ich bin dankbar, für das, was ich mit der Kampfmannschaft erlebt habe.“