** Koppensteiner WAT Fünfhaus **

Stark aufgebäumt: Verdiente 37:33-Revanche daheim gegen Leoben

Vieles schien gegen den so dringend notwenden Heimsieg zu laufen: Aber Koppensteiner WAT Fünfhaus hat sich mit dem Rücken zur Wand mit Moral und Charakter aufgebäumt und am Donnerstagabend in der Sporthalle Tellgasse in der 6. Runde im Abstiegs-Play-Off der HLA CHALLENGE einen mehr als verdienten 37:33 Heimsieg gegen Sportunion Leoben erspielt und erkämpft. Nicht einmal Fouls der Gäste gegen Fünfhauser Schlüsselspieler konnten verhindern, dass sich die von Ivan Monev und Timo Issing gecoachte Fünfhauser Mannschaft nach 19:18 zur Pause bis zur 40. Minute mit 27:21 vorentscheidend absetzte. In der Schlussphase beim Näherrücken der Leobener auf zwei Tore behielt Fünfhaus den Kopf und holte sich nicht zuletzt dank toller Paraden von Tormann Felix Friedl zwei enorm wichtige Punkte.

Mann des Spiels war Fünfhaus-Flügelspieler Elias Kropf mit 14 Toren. Fünfhaus sitzt damit den Konkurrenten Perchtoldsdorf Devils/Jags und Union Sparkasse Korneuburg mit 10 Punkten für alle drei Teams tief im Nacken. Bereits am Sonntag folgt das direkte Duell in Perchtoldsdorf ab 18 Uhr. Daheim hat Koppensteiner WAT Fünfhaus die Niederösterreicher schon besiegt.

Dabei lief es nach Spielbeginn gut 20 Minuten lang gar nicht richtig für Fünfhaus. Die Leobener „Lebensversicherung“ in der wuchtigen Gestalt von Marek „Hammer“ Kovacech und Spielmacher Marian Schweiger schafften es mehrmals, bei schon lange angezeigtem Zeitspiel die Kugel doch noch im Fünfhauser Tor unterzubringen. Obwohl das Bemühen sichtbar war, hatte Fünfhaus alle Mühe, nicht den Anschluss zu verlieren – Mr. Präzision Elias Kropf bei Siebenmetern sei Dank. Nach einer knappen Viertelstunde kam der oft manngedeckte John Baxter deutlich besser ins Spiel. Die Fünfhauser Fans durften über den Ausgleich zum 6:6 und 7:7 jubeln. Statt sich aber daran noch mehr aufzurichten, zog Leoben mir-nichts-dir-nichts auf 8:12 davon.

Kampfmaschine Leo Paha traf für Fünfhaus vor allem in der 2. Hälfte jeweils in brenzligen Situationen. Foto: WAT Fünfhaus/Roman Stoiber

Das Time Out von der Fünfhauser Trainerbank kam zur rechten Zeit. Denn vor allem Elias Kropf traf als „Mann ohne Nerven“ vom Punkt und nun auch vom Flügel. Dazu kamen sehenswerte Toraktionen von Berni Huber, Emil Zalewski und Leo Paha, der aus dem Rückraum mit letztem Einsatz einen seiner Treffer förmlich erzwang. Zur Pause war mit 19:18 alles offen.

Der Beginn der zweiten Hälfte war symptomatisch: Leoben versuchte, Fünfhauser Stützen mit unfairen Mitteln zu stoppen. Mit Rot für den starken Paul Hintereiter, der Berni Huber bei einem Angriff niedermähte, schwächten sich die Obersteirer aber selbst. Marek Kovacech legte mit all seiner Wucht und seinem Körper bei einem Angriff Elias Kropf regelrecht um, sodass dieser gezeichnet liegen blieb und pausieren musste. Statt einem klaren Stürmerfoul wurde aber zur Verblüffung der Fünfhaus-Fans auf Siebenmeter für die Gäste entschieden. Aber Gerechtigkeit siegte, den Leoben versemmelte den Siebenmeter.

Auch die neu ins Spiel gebrachten Fünfhauser konnten Impulse setzen. Sei es Vali Klicha zentral im Rückraum oder Linus Hagspiel. Der Vorarlberger war erstmals seit langer Zeit wieder für die Kampfmannschaft dabei, zerspragelte sich förmlich und sorgte mit einem traumhaften Pass quer über das Spielfeld dafür, dass Elias Kropf nur danke sagen musste und freistehend einnetzen konnte. Zum 27:21-Vorsprung nach 40 Minuten trug auch Kreisläufer Goran Vuksa mit 2 Toren bei. Doch die ruppige Gangart der Gäste kombiniert mit Entscheidungen gegen Fünfhaus hauchten Leoben bis zum 31:29 nach 52 Minuten wieder Leben ein.

Aber so nicht mit Fünfhaus an diesem Abend: Die Mannschaft ließ sich nicht entmutigen. Es waren Leo Paha (zweimal) und Berni Huber mit wichtigen Toren in brenzligen Minuten und Felix Friedl, der als letzter Mann den Angreifern von Leoben endgültig den Stecker zogen. Zwei Minuten vor dem Ende machte Fünfhaus mit 3 Toren in Serie alles klar. Game over! 37:33, Hurra!

Die erste Analayse von Fünfhaus Co-Trainer Timo Issing spricht Bände: Timo Issing: “Das war sehr viel Mentalitätsstärke. Es ist gerade keine leichte Situation für uns nach den letzten Spielen. Dann hat auch noch dieses Spiel nicht so begonnen, wie wir uns das vorgestellt haben. Trotzdem haben wir dann zu unserem Spiel gefunden. Die Offensive war heute sehr gut. Tormann Felix Friedl hat mit seinen Paraden und seiner Mentalität sehr viel Positives in das Spiel eingebracht.“