
Es war um Welten besser als bei der Heimniederlage am Sonntag gegen UHC busta Eggenburg, aber für einen Erfolg im Wiener Derby gegen den Tabellenführer im Abstiegs-Play-Off der HLA CHALLENGE reichte es im vorgezogenen Spiel der 5. Runde dennoch nicht. Koppensteiner WAT Fünfhaus musste sich in der Sporthalle Tellgasse am Mittwochabend gegen die gastgebenden West Wiener nach knappem 12:11-Pausenrückstand deutlich mit 28:22 geschlagen geben.

Das Tempo der West Wiener war in Kombination mit dem wesentlich stärkeren Zug zum Tor tödlich für Fünfhaus, daraus resultierten meist erfolgreiche Abschlüsse beziehungsweise nicht weniger als 8 Siebenmeter nach Fouls. Fünfhaus zeigte zwar Einsatz und Kampfgeist, holte gegen Ende der ersten Hälfte sogar einen 4-Tore-Rückstand auf und hielt zur Pause mit 11:12 alles offen. Aber einmal mehr wurden zwei längere Schwächephasen in jeder Hälfte und zu viele vergebene Chancen zum Sargnagel für Fünfhaus. Nur 22 Tore sagen fast alles.

Fünfhaus bleibt damit weiter bei 8 Punkten und muss schauen, welche Ergebnisse die punktegleichen Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg, Perchtoldsdorf Devils/Jags und Union Sparkasse Korneuburg, nun am Wochenende einfahren. Fünfhaus hat in der Abstiegsrunde der Meisterschaft nun zwei Wochen Pause. Am Donnerstag, 30. April, also am Vorabend des 1. Mai, empfängt Koppensteiner WAT Fünfhaus im nächsten Heimspiel Sportunion Leoben in der Sporthalle Tellgasse.
Bis auf Tormann Jakov Pavic, der sich im Auswärtsspiel in Korneuburg vor Ostern unglücklich einen Kreuzbandriß zugezogen hat, waren bei Koppensteiner WAT Fünfhaus im Derby nach der Rückkehr von Jakob Jochmann, Elias Kropf, Berni Huber und Georg Mayr-Pranzender alle einsatzbereit. Die ersten Spielminuten gehörten Fünfhaus – mit Spielmacher Jakob Jochmann und Rückraumspieler Emil Zalewski als Torschützen. Nach gut zehn Minuten und einer 6:4-Führung für Fünfhaus übernahm Gastgeber West Wien langsam, aber sicher das Kommando im Spiel. Mit einer offensiven Deckung gelang West Wien außerdem das offensichtliche Ziel, besonders Jakob Jochmann im Rückraum weit genug vom Kreis und damit von einer direkten Wurfmöglichkeit wegzuhalten. Rückraumspieler John Baxter erging es trotz aller Dynamik nicht viel besser. Umgekehrt traf Luca Gareis für West Wien nicht nur 7mal aus Siebenmeter, sondern ließ es wie ein Uhrwerk insgesamt 12mal klingeln. Das war zusammen mit Tormann Florin Weik fast schon die halbe Miete für West Wien.
Dabei gelang es Fünfhaus nach 11:7-Rückstand innerhalb von fünf Minuten durch den eingewechselten rechten Flügel Elias Kropf 25 Sekunden vor der Halbzeit auf 11:11 auszugleichen. Nur zwei Sekunden vor der Halbzeit sorgte West Wien doch noch für eine hauchdünne 11:12-Pausenführung.

Wie in Hälfte eins begann Fünfhaus nach Wiederbeginn äußerst ambitioniert. Ein Doppelschlag von Kapitän und Kreisläufer Lenny Fetz, der zweimal sehenswert am Kreis angespielt wurde und souverän einnetzte, sorgte in den Folgeminuten für richtige Derby-Atmosphäre, in der aus auf beiden Seiten Schlag auf Schlag ging. Mit dem Rot-Ausschluss gegen Fünfhaus-Abwehrstütze Emil Zalewski in der 40. Minute verlor Fünfhaus allerdings in der Folge den Faden komplett und damit den Anschluss. In gerade einmal vier Minuten zog West Wien auf 20:15 davon. Auch wenn Flügelspieler Elias Kropf nun immer besser traf, scheiterte Fünfhaus in dieser Phase einfach zu oft am West Wien-Tormann. Ein verworfener Siebenmeter von Fünfhaus, der im Gegenzug von West Wien mit dem 25:18 bestraft wurde, war die Vorentscheidung und gab West Wien für die Schlussminuten genügend Polster und Sicherheit. Daran änderten 3 Tore im Finish von Flügel Elias Kropf nichts Entscheidendes mehr. Am Ende stand ein 28:22 und damit der dritte Derby-Erfolg für West Wien in der laufenden Meisterschaft auf der Anzeigentafel. Kropf war mit insgesamt 6 Toren vor Jakob Jochmann mit 5 Toren bester Werfer bei Fünfhaus.
Erste Analyse von Elias Kropf nach dem Spiel: „Der Kampf war dieses Mal vorhanden. Aber wir haben es wieder einmal nicht geschafft, es über 60 Minuten durchzuziehen. Im Derby braucht man einfach noch ein paar Prozent mehr.“