
Statt mit verdienten 2 Punkten musste Koppensteiner WAT Fünfhaus nach starker Partie mit leeren Händen die Heimreise aus Leoben antreten. Im Auftaktspiel des Abstiegs-Play-Offs der HLA CHALLENGE unterlag Fünfhaus am Samstagabend auswärts gegen Sportunion Leoben nach 13:16-Pausenführung durch ein Tor zwei Sekunden vor Schluss mit 34:33. Für den Genickschlag gegen Fünfhaus sorgten aber weniger die Spieler der Hausherren trotz ihres in der 2. Halbzeit überragenden Lenkers und Werfers Marek Kovacech, sondern das Schiedsrichter-Duo. Dieses annullierte 2 Tore für Fünfhaus in den psychologisch wichtigen Momenten in der Schlussphase und entschieden noch in strittigen Situationen für die Gastgeber. Es war zum Haareraufen: Wie schon im Grunddurchgang im Februar verlor Fünfhaus damit gegen Leoben als besseres Team. Fünfhaus bleibt damit bei 6 Punkten in der Abstiegsrunde. Mit dem möglichen Sieg wäre Fünfhaus hingegen Leoben bis auf einen Punkt im Nacken gesessen.

Die Spieler von Koppensteiner WAT Fünfhaus können aber mit erhobenen Häuptern nach diesem Aufwärtsauftritt gegen die zu Saisonbeginn als Aufstiegsanwärter gehandelten Leobener am kommenden Sonntag, 15. März , ab 19.00 Uhr in der Sporthalle Tellgasse in das erste Heimspiel im Play Off gehen. Gegner ist der unmittelbare Konkurrent Perchtoldsdorf Devils/Jags.

In Leoben lieferte Koppensteiner WAT Fünfhaus trotz des Fehlens von Kapitän Lenny Fetz und Elias Kropf als Flügel-Stütze von Beginn weg wie schon vor 3 Wochen eine sehenswerte Leistung in der 1. Hälfte – und das gegen sehr ambitionierte Gastgeber aus der Obersteiermark. Mit viel Flexibilität im Angriffsspiel, Bence Stab als ausgezeichnetem Fünfhaus-Spielmacher und einem blendend disponierten Dominik Frank im Tor, der mehrmals bei 1:1-Situationen glänzte, baute Fünfhaus den knappen Vorsprung aus. Dazu kamen starke Antritte von John Baxter, der dieses Mal oft auf dem linken Flügel aufkreuzte und unter anderem nach einem Sprungwurf aus dem Stand den Ball ins Kreuzeck nagelte. Der quirlige Georg Mayr-Pranzeneder im Rückraum tat dem Spiel von Fünfhaus gut, er netzte außerdem insgesamt fünf Mal ein. Berni Huber traf ebenso oft und düpierte den Leoben-Abwehrblock elegant wie eine Gazelle. Dabei bewahrte der großgewachsene Leoben-Tormann Adrian Lombes Birkenheuer als Bester seines Teams in Hälfte eins Leoben noch vor Schlimmerem. Der Lohn für den kollektiv starken Auftritt in der Fremde gegen phasenweise perplexe Steirer war eine verdient herausgearbeitete 13:16-Pausenführung.
Wie sich die Bilder gleichen: Vor 3 Wochen lag Fünfhaus zur Pause sogar mit plus 4 in Front. Im Gegensatz zu Mitte Februar machte das von Ivan Monev und Timo Issing gut eingestellte Fünfhauser Team dieses Mal in der 2. Halbzeit zunächst unbeirrt dort weiter, wo es vor der Pause aufgehört hatte. So netzte Fünfhaus-Kreisläufer Goran Vuksa am Kreis ideal von Bence Stab bedient souverän ein. 18:22, 22:26, 24:29 nach 48 Minuten: Fünfhaus marschierte weiter in Richtung Sieg. Und das, obwohl Leoben versuchte, John Baxter mit Manndeckung entweder aus dem Spiel zu nehmen oder mit harten Bandagen und unfairen Mittel zu stoppen.
Allerdings kam Leoben-Routinier Marek Kovacech als Dreh- und Angelpunkt und vor allem als knallharter Vollstrecker im Laufe der 2. Halbzeit immer besser auf Touren, ohne dass Fünfhaus ein Mittel gegen ihn fand. Leoben lief nun mit sogar 7 Feldspielern immer heftiger an. Aber vorerst gelang es Fünfhaus noch, auf jedes Tor der Heimmannschaft prompt eine Antwort mit einem Tor zu finden.
Danach beging Fünfhaus allerdings wie schon bei der knappen 31:30-Niederlage in Leoben am 14. Februar den gleichen, letztlich fatalen Fehler. Statt weiter den Zug aufs Tor zu suchen, wurden Angriffe in den letzten acht Minuten vertändelt und mit Toren aus Gegenstößen von Marek Kovacech fast im Alleingang bestraft. Umgekehrt verwarf Fünfhaus gegen den eingewechselten Leoben-Tormann Daniel Reiter in den Schlussminuten plötzlich mehrere gute Chancen.
29:29-Ausgleich nach 53 Minuten, erstmalige 32:31-Führung für Leoben nach gut 58 Minuten. Das Schicksal nahm seinen gnadenlosen Lauf. Plötzlich rannte Fünfhaus einem Ein-Tore-Rückstand nach. Georg Mayr-Pranzeneder schaffte zunächst für Fünfhaus den Ausgleich. John Baxter behielt in der letzten Minute bei einem Siebenmeter die Nerven und traf mit seinem bereits 12. Treffer in diesem Spiel zum 33:33-Ausgleich. Aber selbst dieses für Leoben schon schmeichelhafte Remis war Fünfhaus nicht vergönnt, weil Marek Kovacech den letzten Angriff zwei Sekunden vor Schluss mit seinem ebenfalls 12. Tor zum 34:33-Leoben-Heimsieg vollendete. Bitterer geht es fast nicht mehr.
Jetzt sind vor allem auch die Fünfhauser Handballfans gefordert, am Sonntag, 15. März, im Heimspiel gegen Perchtoldsdorf den Spielern vollen Rückhalt zu geben.