** Koppensteiner WAT Fünfhaus **

29:25-Heimsieg im Finish nach Nervenschlacht gegen Perchtoldsdorf

Puh, das war nichts für schwache Nerven: In einer Partie in der HLA CHALLENGE mit zwei lange ebenbürtigen Gegnern setzte sich Koppensteiner WAT Fünfhaus mit Rückkehrer Jakob Jochmann am Sonntagabend daheim in der Sporthalle Tellgasse gegen den direkten Konkurrenten Perchtoldsdorf Devils/Jags in den letzten fünf Minuten mit 29:25 nach 14:15-Pausenrückstand durch. Damit wurden 2 enorm wichtige Punkte im Kampf um den Ligaerhalt in der 2. von 10 Runden im Abstiegs-Play-Off Süd/Ost eingefahren. Das Ergebnis trügt etwas, denn bis zur 55. Minute hatte die Führung mehrmals gewechselt, ohne dass eine Mannschaft mehr als eine Zwei-, Drei-Tore-Führung herausholen konnte.

Fünfhaus hat damit im Dreikampf gegen den Abstieg mit nun jeweils 8 Punkten Perchtoldsdorf überholt und außerdem 2 Punkte Vorsprung auf Schlusslicht Union Sparkasse Korneuburg (6 Punkte). Die nächste Nervenprobe für Koppensteiner WAT Fünfhaus wartet in zwei Wochen. Am Sonntag, 29. März ab 18.00 Uhr ist Korneuburg Gastgeber im Duell gegen Fünfhaus.

Auf der dicht gefüllten Zuschauertribüne schaut Nationalteamspieler WAT-Fünfhaus-Aushängeschild Elias Kofler, der nun in der deutschen Liga für den Hamburger SV im Einsatz ist, Ex-Teamspieler Jakob Jochmann bei dessen Comeback ebenso gespannt wie die Fünfhauser Handballfans zu. Dieser läuft nach drei Jahren Pause im roten Fünfhauser Dress mit der Nummer 90 ein, um seinem Stamm- und Jugendverein mit seiner Erfahrung im Play Off zu helfen. Die Anspannung ist bei beiden Teams zum Greifen. In einem offenen Schlagabtausch in der ersten Viertelstunde setzen bei Fünfhaus unter der Regie von Jakob Jochmann im Rückraum zunächst Iago Fernandez mit herrlich herausgespielten Toren vom rechten Flügel, John Baxter auf dem linken Flügel und Georg Mayr-Pranzeneder, der mit seiner Unberechenbarkeit die Gegner narrt, mit Toren Akzente. Nach 21 Minuten jubelt der Red Block der Fünfhauser Anhänger über den ersten Treffer von Rückkehrer Jakob Jochmann.

Aber Fünfhaus spürt ständig den heißen Atem der sichtlich ambitionierten Gäste. Es entwickelt sich immer mehr ein Match, in dem kein Team das andere abschütteln kann. Das liegt vor allem auch an den starken Paraden der beiden Tormänner, Jakov Pavic bei Fünfhaus, und Boris Ilov bei Perchtoldsdorf. Mit dem Tor zum 14:15 durch den Ex-Fünfhauser Emil Scheicher wenige Sekunden vor der Pause gehen die Gäste aus Niederösterreich mit einem 14:15-Vorsprung in die Kabinen.

Einmal durchschnaufen, dann geht die Nervenschlacht weiter. In den ersten Minuten nach Wiederbeginn kann die Fünfhauser
Defensive die Perchtoldsdorfer Angreifer einen Tick besser in den Griff bekommen. Das schlägt sich ab der 40. Minute sichtbar im Ergebnis nieder: Ein sehenswerter Gegenstoß von John Baxter und eine Tanzeinlage in Form einer Pirouette von Rückraumspieler Emil Zalewski durch die Perchtoldsdorfer Defensive, bevor er den Ball ins Kreuzeck nagelt, bringen Fünfhaus erstmals einen Drei-Tore-Vorsprung mit 23:20.

Die Hoffnung auf eine erste Vorentscheidung wird durch eine Fünfhauser Schwächephase und den Ausgleich der Gäste im Handumdrehen brutal abgewürgt. Mit 24:24, 25:25 und 26:26 steigert sich die Spannung bis zur 55. Minute immer mehr. Die Tore John Baxter aus einem souveränen Siebenmeter und ein kraftvoller Durchbruch samt Abschluss von Jakob Jochmann höchstselbst zur 27:25-Führung sind eine richtige Erlösung für Fünfhaus. Während Perchtoldsdorf nun an der Fünfhauser Defensive und Tormann Jakov Pavic scheitert, haut Iago Fernandez mit zwei Toren vom Flügel endgültig den Deckel drauf: 29:25. Die Nerven haben dieses Mal gehalten. Selten ist die Erleichterung so groß wie nach diesen 60 Minuten.