
Es ist zum Haare raufen. Da spielt Koppensteiner WAT Fünfhaus kollektiv 30 Minuten hindurch die beste erste Halbzeit der Saison und führt auswärts zur Pause mit 14:18. Aber nach völlig verkorksten 10 Minuten nach Wiederbeginn geht Fünfhaus am Ende in der 17. und vorletzten Runde im Grunddurchgang der HLA CHALLENGE Gruppe Süd/Ost gegen Sportunion Leoben mit einer 31:30-Niederlage in der Steiermark aus der Halle. Nach einer tollen ersten Hälfte von Jakov Pavic im Tor und starker Leistung von Bernhard Huber ist es mit der Courage und der klaren Pausenführung schon bis zur 40. Minute vorbei. Nicht einmal ein kräftiges Aufbäumen und ein erneuter Zwei-Tore-Vorsprung reichen gegen wankende Leobener, um im Finish die Früchte der Leistung zu ernten. Fünfhaus geht damit als Schlusslicht in das abschließende Heim-Derby gegen die jungen Fivers am Samstag, 21. Februar schon ab 16 Uhr in der Sporthalle Tellgasse.

Eine Szene knapp vor Ende der Partie ist symptomatisch für das Fünfhauser Spiel in der zweiten Halbzeit: Statt sich den Wurf in aussichtsreicher Position zu nehmen, wird der Ball wie eine heiße Kartoffel nochmals ungenau in Richtung Flügelweitergespielt und von der Abwehr von Leoben abgefangen. Damit ist die Gelegenheit auf den Ausgleich unddie Chance, nach famoser erster Hälfte zumindest einen verdienten Punkt nach Wien mitzunehmen, verjuxt.
Dabei hat Koppensteiner WAT Fünfhaus von Beginn an gegen den Tabellensechsten und Ex-Aufstiegsaspiranten die Akzente gesetzt. In der Startphase netzt Iago Fernández, der statt des verletzten Elias Kropf am rechten Flügel spielt, dreimal souverän ein. Vom linken Flügel ist es Berni Huber in seinem besten Match für Fünfhaus, der ein ums andere Mal trifft und auch mehrere Siebenmeter eiskalt verwertet. Dazu kommt Goran Vuksa. Der Kreisläufer stoppt nicht nur im Abwehrblock mit Kapitän Lenny Fetz und Emil Zalewski die Gastgeber. Vuksa trifft vorne mit vollem Einsatz. Einmal läuft das bullige Kraftpaket sogar im Gegenstoß den Hausherren davon. Fünfhaus zieht zunächst nach 20 Minuten auf 8:11 und dann sogar auf 9:14 davon. Das kommt dem verduzten Heimpublikum wie ein schlechter Faschingsscherz vor.

Mann des Spiels in Hälfte eins ist aber Fünfhaus-Tormann Jakov Pavic. Er wehrt mit sensationellen Reflexen mit fast jedem Körperteil die Würfe von Leoben in 1:1-Situationen ab – einmal sogar sehr schmerzhaft einen Siebenmeter mit dem Gesicht.
Aber das selbstbewusste Auftreten von Fünfhaus aufbauend auf den letztwöchigen überraschenden Heimsieg gegen Tabellenführer Sportunion Die Falken St Pölten ist in der Kabine geblieben. Dafür ist nach Wiederbeginn bei Fünfhaus der Angsthase mit auf dem Spielfeld, der ausgerechnet auch noch auf den eingewechselten und stärkeren Leoben-Tormann Daniel Reiter trifft. So erweckt Fünfhaus die schon taumelnden, nervösen Hausherren wieder zum Leben. Aus dem 14:18-Pausenrückstand wird im Handumdrehen bis zur 40. Minute eine 21:20-Führung für Leoben.

Danach hält Fünfhaus nun kräftiger dagegen. Allen voran Spielmacher Bence Stab.. Er trifft dreimal und holt mit dem 23:24 die Führung zurück. Der vom Flügel in den Rückraum gewechselte Berni Huber, mit am Ende mit immerhin 11 Toren bester Fünfhauser Werfer ist, legt auf 24:26 nach. Minutenlang steht das Match auf Messers Schneide. Aber nicht einmal die zurückerkämpfte Führung gibt Fünfhaus genug Selbstvertrauen. Spätestens jetzt macht sich auch das Fehlen von Spielern wie Elias Kropf und John Baxter durch spürbaren Kräfteverschleiss bemerkbar. Leoben nudelt den Sieg über die Runden. Der 30. und letzte Treffer durch Berni Huber aus einem Siebenmeter nach dem Schlusspfiff kommt schon zu spät, um statt 31:30-Niederlage zumindest ein Remis zu retten.
ddLenny Fetz, Kapitän Koppensteiner d WAT Fünfhaus, war nach der knappen Auswärtsniederlage selbstkritisch: „Wir haben es selbst vertan. Wir haben uns nicht belohnt für eine super erste Hälfte durch zehn schwache Minuten in der zweiten Halbzeit. Wir haben uns dann zu wenig zugetraut. Wir haben zu wenig Tiefe. Nachdem wir uns zurückgekämpft haben, hat in der letzten Viertelstunde die volle Überzeugung gefehlt. Es ist schade, dass wir unsere Leistung und auch die Leistung von Jakov Pavic im Tor in der ersten Hälfte nicht belohnen konnten.“