
Eine gute erste Halbzeit, bevor sich dann die Strapazen des Meisterschaftsspiels vor nur 2 Tagen und die kurze Regenerationszeit bemerkbar machten: Koppensteiner WAT Fünfhaus ist am Feiertag mit einigen sehenswerten Aktionen und mit erhobenen Häuptern in der 2. Runde des ÖHB-Cups daheim in der Sporthalle Tellgasse mit 25:42 (Halbzeit 15:20) gegen den haushohen Favoriten Alpla HC Hard aus dem Pokalbewerb ausgeschieden. Die Gäste aus Vorarlberg aus der ersten Liga nahmen die Cup-Partie gegen Fünfhaus, Tabellenneunter der 2. Liga, von Beginn an voll ernst und stehen im ÖHC-Cup-Achtelfinale. Sie bauten vor allem dank ihres Tempos bei Angriffen ihren Vorsprung in der 2. Hälfte deutlich aus und hatten zum Leidwesen von Fünfhaus mit dem litauischen Tormann Lukas Gurskis einen ihrer Besten als Rückhalt.
Die Fünfhauser Handballfans bekamen ein spätes Nikolausgeschenk in Form einer fairen und beeindruckenden Handballpartie in der Sporthalle Tellgasse. Für Fünfhaus geht es am Sonntag auswärts in der 2. Liga in Langenlois gegen Brixton Fire Krems-Langenlois weiter.

Der Red Block von Fünfhaus und die Anhänger bekamen gleich nach Anpfiff ein speziell für den Hauptakteur fast kitschiges Highlight zu sehen – und was für eines. Fünfhaus-Kapitän Lenny Fetz, der jahrelang für Hard gespielt hat, packte den Ball nach prächtigem Anspiel und donnerte die Kugel nach 47 Sekunden zum umjubelten 1:0 in die Maschen. Hard legte allerdings ganz nach Vorarlberger Art konsequent los und hatte im jungen, wieselflinken rechten Flügelspieler Nico Sager einen gnadenlos effizienten Vollstrecker. Dazu kam stete Gefahr durch den robusten und kaum zu bändigenden Kreisläufer Dejan Babic.

Aber egal, ob Oli Scholz vom Flügel, der kämpferische Rückraumspieler Leo Paha oder der leichtfüßige Berni Huber als bester Werfer der Gastgeber, Koppensteiner WAT Fünfhaus findet zunächst trotz offensiver 5:1-Abwehr des Teams aus dem Ländle meist eine Antwort mit einem Tor. Als danach die Fünfhauser Abschlüsse nicht mehr so selbstbewusst erfolgen, nützt Hard das eiskalt aus und zieht mit präzisen spielerischen Nadelstichen im Schnellzugtempo nach 23 Minuten auf 10:18 davon.

Aber als die Gäste vom Bodensee ihre jüngeren und vor allem körperlich weniger starken Ersatzleute in den letzten Minuten vor der Pause von der Bank in das Cup-Spiel werfen, kommt Fünfhaus wieder besser zur Geltung. Mit einem mehr als respektablen 15:20 geht es in die Kabinen.

Der Beginn der 2. Hälfte ist bezeichnend für die kommenden 30 Minuten. Koppensteiner WAT Fünfhaus lässt zwei Topchancen ungenützt liegen. Hard antwortet mit der Genauigkeit einer Schweizer Uhr nach Fünfhauser Fehlern. Der Erstliga-Topklub schlägt giftig wie eine hungrige Klapperschlange mit jeder Menge Toren zu. Bei Fünfhaus müssen zunehmend die jungen Spieler ran, zeitweise sind vier 17jährige auf der Platte. Nur Kapitän Lenny Fetz rackert, weil Kreisläufer Goran Vuksa verletzungsbedingt noch fehlt, fast die gesamte Spielzeit durch. Aber im Angriff fehlt jetzt die Kaltschnäuzigkeit und Treffsicherheit der Anfangsphase. Nach zwei 2-Minuten-Strafen macht Hard nach knapp 40 Minuten mit 18:28 praktisch alles klar.

Für Fünfhaus gibt es danach einzelne Teilerfolge für die Jungen – Philipp Matzinger, Jakob Zucha und Fabian Kowarik. Doch mit schwindenden Kräften bei Fünfhaus zieht das Gast-Team aus dem Ländle schließlich schließlich deutlich davon. Am Ende steht ein 25:42 auf der Anzeigetafel. Aber es war jedenfalls ein besonderes Cup-Erlebnis für die Mannschaft und die Fünfhaus-Anhänger.
„Hard kommt nicht jeden Tag in die Tellgasse. Es war ein Feiertag für die Zuschauer“, hob Fünfhaus-Cheftrainer Ivan Monev nach dem Cup-Match hervor: „In der ersten Halbzeit haben wir brav mitgehalten.“ Fünfhaus-Co-Trainer Timo Issing ergänzte: „Ich glaube schon, dass jeder Spieler einen guten Auftritt gehabt hat. Da hat man ein gutes Gefühl mitgenommen.“
Hard-Cheftrainer Hannes Jon Jonsson zollte Respekt: „Danke für das Spiel an Fünfhaus. Es war ein faires Spiel von beiden Mannschaften. Ich bin glücklich, meine Mannschaft hat das ordentlich gelöst – mit viel Tempo. Jeder ist zum Einsatz gekommen.“