
Bitter! Den Erstliga-Absteiger West Wien gut 50 Minuten im Griff gehabt, teilweise mit plus 4 geführt, aber dann kostet die Abschlussschwäche noch den Sieg. Koppensteiner WAT Fünfhaus muss sich zum Auftakt der Rückrunde im Grunddurchgang der HLA CHALLENGE Gruppe Süd/Ost als mindestens ebenbürtige Mannschaft im Wiener Derby Handball West Wien im Finish noch 29:28 geschlagen geben. Zur Pause hatte Fünfhaus 13:15 geführt. Es war das dritte Spiel der Saison, in dem Fünfhaus Punkte und einen Sieg in der Schlussphase liegen hat lassen. Zuvor war das zuletzt beim Remis daheim gegen Sportunion Leoben sowie auswärts bei der Niederlage gegen Union Sparkasse Korneuburg passiert. Die Folge: Fünfhaus bleibt mit 4 Punkten Tabellenschlusslicht. Kommenden Samstag, 29. November, ist um 18.00 Uhr der Tabellenneunte Korneuburg zu Gast in der Tellgasse.

Ohne Kreisläufer und Abwehrrecke Goran Vuksa sorgt zunächst in erster Linie Elias Kropf dank Treffsicherheit in der Anfangsphase mit seinen Toren vom rechten Flügel dafür, dass Koppensteiner WAT Fünfhaus schon nach 13 Minuten deutlich mit 4:8 in Front liegt. Die 21. Minute gehört dann ganz allein Fünfhaus-Tormann Jakov Pavic: Zuerst pariert er im 1:1-Duell den Wurf eines West Wien-Angreifers und baut nur Sekunden später mit seinem Wurf und einem Treffer auf das leere West Wien-Tor die Fünfhauer Führung auf 9:12 aus. Es ist noch keine Minute vorbei, als Jakov Pavic dann noch einen Siebenmeter von Luca Gareis hält. Dafür hat der Fünfhauser Schlussmann gegen West Wien-Flügelspieler Fabian Androsch, der sein Team mit seinen Toren im Spielt hält, oft das Nachsehen.

Aber Fünfhaus -Rückraumspieler John Baxter, den die West Wiener mit so ziemlich allen fairen und unfairen Mitteln zu stoppen versuchen, sorgt nur eine Sekunde vor Ende der ersten Hälfte mit einem überraschenden Hüftwurf aus zehn Metern ins lange Eck für die verdiente 13:15-Pausenführung von Koppensteiner WAT Fünfhaus. Kapitän Lenny Fetz geht die ganze Zeit mit vollem Engagement und Herz voran und zerspragelt sich regelrecht.

Die letztlich spielentscheidende Szene hat sich bei West Wien schon in der 24. Minute abgespielt: Im Tor muss Florin Weik dem schlaksigen, großgewachsenen Nelson Maybeka Platz machen – und der zieht in der zweiten Hälfte den Fünfhauser Werfern mit seinen Paraden (zu) oft den Nerv. Dennoch gelingt es Fünfhaus nach Wiederbeginn durch ein sehenswertes Tor von Rückraumspieler Emil Zalewski zunächst auf 16:20 zu stellen. Der am Kreis eingesprungene Filip Toljevic holt nach 44 Minuten das 17:21 heraus. Zweimal liegt also Fünfhaus in Hälfte zwei bereits vier Tore voran. Dies auch, weil im Fünfhauser Tor der eingewechselte Dominik Frank tolle Chancen der West Wiener parieren kann.
Aber es reicht nicht. Fünfhaus sorgt mit einem Selbstfaller durch serienweise vergebene Angriffe in den packenden, aber zerfahrenen letzten zehn Minuten dafür, dass der Erstliga-Absteiger noch einmal eine Chance wittert. Bezeichnend ist der Ausgleich zum 25:25 acht Minuten vor dem Ende. Der West Wiener Luca Gareis knallt den Ball zuerst an die Latte und kommt dann irgendwie gegen zwei Fünfhauser an den Ball, den er doch noch im Fünfhauser Tor unterbringt. Bezeichnend für die hitzige Derby-Atmosphäre ist außerdem, dass auf beiden Seiten je ein Spieler mit einer – hüben wie drüben überharten – roten Karte vom Feld muss. Am Ende ist es eine Nervensache. Der beste West-Wien-Werfer, Philipp Pajer, kann sein Team in den letzten 5 Minuten dreimal mit einem Tor in Front bringen. John Baxter, bester Fünfhauser mit 10 Toren, sowie nochmals Filip Toljevic erzielen jeweils den Anschlusstreffer für Fünfhaus. Den möglichen Ausgleich für Fünfhaus vom Flügel kann der West Wien-Tormann aber Sekunden vor Schluss abwehren. Am Ende steht daher aufgrund der Fünfhauser Schwäche in der Schlussphase eine knappe 29:28-Niederlage im Derby auf der Anzeigetafel.
Timo Issing, Co-Trainer Koppensteiner WAT Fünfhaus: „Sehr niederschmetternd natürlich. Das was gerade überwiegt: Man muss trotzdem in unserer Lage auch die vielen positiven Aspekte sehen. Wir hätten beim 4-Tore-Vorsprung fortsetzen müssen. Letztlich können wir uns nicht darauf ausreden, dass es dann auf ein Tor angekommen ist. Denn wenn wir die Führung weiterhin aufrecht erhalten hätten, dann kommt es gar nicht darauf an.“