** Koppensteiner WAT Fünfhaus **

Aufholjagd ohne Wende: 30:32-Derbyniederlage gegen West Wien

Was für ein Kampf, was für ein Spirit bei Koppensteiner WAT Fünfhaus! Nach zeitweisem 6-Tore-Rückstand ließen die Fünfhauser In den letzten zehn Minuten eines rassigen Wiener Derbys Erstligaabsteiger und Favorit Handball West Wien noch zittern. Sie kamen mehrmals bis auf zwei Tore heran, mussten sich aber in der ersten Meisterschaftsrunde der neuen Saison in der HLA CHALLENGE mit 30:32 (Halbzeit 14:18) geschlagen geben. Lange Zeit hatte West Wien auswärts in der Sporthalle Tellgasse dank viel Tempo und Effektivität im Abschluss ab der 20. Minute alles im Griff.

Das Aufbäumen von Koppensteiner WAT Fünfhaus im Finish verkörperte einer an diesem Samstagabend am besten: Der aus dem Future Team aufgerückte Rückraumspieler Felix Pfannhauser marschierte unerschrocken und ohne Rücksicht auf sich selbst immer wieder auf das West Wien-Tor und steuerte so 4 Treffer bei. Alles in allem ging der Derby-Sieg für West Wien aber in Ordnung, weil die Angriffe kaltschäuziger und präziser abgeschlossen wurden.

Als beste Spieler ihrer Teams wurden bei Fünfhaus Felix Pfannhauser (im roten Dress) und bei West Wien Fabian Frühstück von Michael Kaupe, Landesdirektor Wien und Niederösterreich der Grazer Wechselseitigen Versicherung (GRAWE), einem wichtigen Sponsor von WAT Fünfhaus, geeihrt. Foto: WAT Fünfhaus/Ettinger

Schon vor den Anpfiff gab es für die von Ivan Monev gecoachten Fünfhauser die erste Hiobsbotschaft. Neben Rückraumspieler Arthur Schiller fiel ausgerechnet der von West Wien zu Koppensteiner WAT Fünfhaus gewechselte, erstliga-abgebrühte Bernhard Huber gegen seinen Ex-Klub wegen einer Erkrankung aus. Im Spiel machten dann aber Philipp Matzinger und Oliver Scholz an seiner Stelle immer wieder gute Figur am Flügel.

20 Minuten lang war es ein offener Schlagabtausch. Daran hatte in dieser Phase auch Fünfhaus-Tormann Jakov Pavic seinen Anteil. Mit sehr offensiver Deckung machte West Wien den Fünfhauser Angreifern allerdings das Leben schwer. Vor allem an Nachwuchsteamspieler John Baxter hingen die Gegner wie die Kletten, um seine Dynamik im Antritt sofort zu bremsen. Zwischen der 20. und 24. Minute schien aber die Vorentscheidung für die Gäste gefallen: West Wien zog auf 11:16 davon und ging dank ihres starken Tormanns Florin Weik mit einer kommoden 14:18-Führung in die Pause.

Neuzugang Leo Paha zeigte mit 4 tollen Toren vom Flügel beim Debüt im Fünfhauser Dress auf. Foto: WAT Fünfhaus/Simon Stoiber

Nach Wiederbeginn war die Partie endgültig am Kippen zugunsten von West Wien. Während Fünfhaus vier Siebenmeter verjuxte, zogen die Gäste dank effektiver Abschlüsse bis zur 47. Minute klar auf 20:27 davon. Der Lichtblick in dieser Phase war Fünfhaus-Neuzugang Leo Paha, der als Linkshänder vom Flügel vier Mal souverän traf. Dann rappelten sich die Fünfhauser als Mannschaft noch einmal auf und schafften drei Tore in Serie: durch den rotzfrechen Felix Pfannhauser im Rambo-Stil, weiters durch den sich aufbäumenden Kapitän und Kreisläufer Lenny Fetz, der einmal vom eigenen Kreis aus den Ball an den ins Tor zurücksprintenden Florin Weik vorbei ins Netz donnerte und durch den jungen Philipp Matzinger, der seine Klasse aufblitzen ließ.

Damit war eine packende Schlussphase eingeläutet, in der nun Flügelspieler Elias Kropf bei zwei wichtigen Siebenmetern für Fünfhaus die Nerven behielt. Bei der Aufholjagd kam Fünfhaus mehrmals auf zwei Tore heran, zuletzt durch Elias Kropf zum 29:31 und eine Minute vor Schluss durch den sechsfachen Torschützen John Baxter. Aber mehr ist nicht mehr drinnen. Am Ende steht eine 30:32-Derbyniederlage. In der zweiten Runde geht es nun schon am Freitag, 12. September ab 20.00 Uhr auswärts zu Union Sparkasse Korneuburg.

Erste Analyse von Ivan Monev, Trainer Koppensteiner WAT Fünfhaus: „Heiße Partie auf jeden Fall. Das war am Ende eine Aufholjagd. Aber die Jungs haben es nicht mehr drehen können. Trotzdem haben sie wirklich gut gekämpft. Außerdem haben wir ausgerechnet heute Neuzugang Berni Huber gegen seinen Ex-Klub wegen Erkrankung und Arthur Schiller schon vor dem Spiel vorgeben müssen.“