** Koppensteiner WAT Fünfhaus **

Nach guter erster Hälfte doch 26:34-Heimpleite gegen Krems

Achterbahnfahrt der Gefühle und am Ende eine Enttäuschung: In der dritten Runde der MEHRLEBEN HLA CHALLENGE powered bei Finanzfuchsgruppe hatte Koppensteiner WAT Fünfhaus mit einer 16:15-Pausenführung nach mehrmaligem Aufholen eines Rückstands die Basis für den ersten Sieg in der Saison 2026/27 gelegt. Aber in einer zerfahrenen, vor allem im Angriff schwachen zweiten Halbzeit „garniert“ mit Zwei-Minuten-Strafen und nur 10 Toren stand die von Timo Issing gecoachte Fünfhauser Mannschaft sich selbst am meisten im Weg. Die bisher ebenfalls noch punktelosen Gäste von Brixton Fire Krems Langenlois kamen damit am Sonntagabend zwar zu einem verdienten, aber einfachen 26:34-Auswärtserfolg in der der Sporthalle Tellgasse. Vor dem Wiener Derby in der 4. Runde am kommenden Samstag auswärts in der Hollgasse ist Fünfhaus damit gegen HC Fivers Margareten/2 krasser Außenseiter.

Picture of Adlaoui Elias
Elias Alaoui erzielte als Abwehrspieler 5 Tore im Heimspiel gegen Krems. Foto: WAT Fünfhaus/Roman Stoiber

Es hätte das Spiel von Neuzugang Elias Alaoui sein können. Denn er ist es, der in der Anfangsphase Fünfhaus ins Spiel bringt und wachrüttelt. Aus der Abwehr sticht er offensiv heraus wie eine aggressiv herumsummende Wespe vor dem Nest, fischt sich den Ball vom Gegner und netzt zweimal im Gegenstoß souverän ein. Auch Valentin Klicha sticht bei Fünfhaus in der Anfangsphase hervor, weil sich der Aufbauspieler zweimal ein Herz nimmt und den Ball nach seinem Antritt jeweils ins Tor pfeffert. Diese Geradlinigkeit sticht ins Auge, weil Fünfhaus auch in der ersten Hälfte gegen Krems Langenlois einige Male recht kompliziert agiert, um zu Treffern zu kommen oder damit eben scheitert. Die Gäste mit den großen Rückraumspielern Jacob Funk und Moritz Stradinger fackeln hingegen bei ihren Toren nicht lange. Notfalls muss es der wuchtig-bullige Kreisläufer Laurenz Kastenhuber richten.

Picture of Scholz Oliver
Flügelspieler Oliver Scholz erzielte mit seinem Tor die 16:15:Pausenführung. Foto: WAT Fünfhaus//Roman Stoiber

Aber jeder bei Fünfhaus sein Bestes. Fünfhaus-Tormann Felix Friedel trägt etwa sein Scherflein bei, weil zwei Siebenmeter der Kremser knapp vor der 20. Minute nicht im Tor landen. Fast jeder eingesetzte Fünfhauser trägt damit ein bisschen etwas zur 16:15-Führung zur Pause bei. „Pirouettenkönig“ Georg Mayr-Pranzeneder tänzelt durch die Gäste-Abwehr und erzielt die 13:11-Führung. Routinier Elias Kropf verwertet Siebenmeter glatt. Kapitän Lenny Fetz ergrapscht in der 25. Minute am Kreis gerade noch die Kugel und dreht den Ball rückwärtsfallend zum 14:13 am Kremser Schlussmann vorbei ins Tor. Oliver Scholz netzt sieben Sekunden vor der Pause toll zum 16:15 ein.

Alles paletti soweit. Aber die Kaltschnäuzigkeit bleibt bei Fünfhaus zurück in der Kabine. Nach grottenschlechten sieben Minuten ohne Fünfhauser Tor liegt Krems Langenlois auf einmal 16:20 in Führung. Zwei-Minuten-Strafen gegen Fünfhaus, wobei die Fünfhauser Fans die Entscheidung teils nur empört zur Kenntnis nehmen, tun ihr Übriges. Fünfhaus kommt einfach in keinen Spielfluss mehr. Die Folge der Schwächephase: Krems führt eine Viertelstunde vor Schluss bequem mit 20:26. Es ist in der Folge wieder Abwehrspieler Elias Alaoui, der den Gästen einmal den Ball stibitzt und Fünfhaus auf 23:27 etwas heranbringt. Elias Kropf trifft danach bei einem Siebenmeter glatt zum 24:27 und lässt seine Mannschaft, Red Block und Fünfhaus-Anhänger Hoffnung schöpfen. Denn noch sind 10 Minuten Zeit.

Aber zwei vom Kremser Tormann abgewehrte Topchancen und eine weitere Zwei-Minuten-Strafe später ist das Fünfhauser Schicksal in der 54. Minute besiegelt. Ab da ist hüben wie drüben schon Tag der offenen Tür. Die Gäste aus Krems fahren mit einem 26:34 und zwei Punkten in die Wachau heim. Bester Werfer bei Fünfhaus ist Elias Kropf mit 6 Toren, davon 4 aus Siebenmetern. Abwehrspieler Elias Alaoui, der nur in der Verteidigung eingesetzt wird und bei Angriffen rausläuft, um im Angriff meist Bernhard Huber Platz zu machen, bringt es auf immerhin 5 Tore.

Nach der emotionalen Fahrt auf der Achterbahn musste Timo Issing, Trainer Koppensteiner WAT Fünnfhaus, erst einmal durchschnaufen. Seine erste Kurzanalyse: „Schwierig. Wir machen heute das erste Mal in dieser Saison vieles richtig. Leider können wir das über 60 Minuten nicht dauerhaft durchhalten, was nicht verwundert. Da spielen wir eine super 1. Hälfte und haben nach der Pause das Problem, dass wir 10-15 Miuten überhaupt nicht ins Spiel finden, in der man auch die eine oder andere Entscheidung in Frage stellen kann.“